Der Dokumentarfilm „Economia Collectiva – Europas letzte Revolution“ gibt einen tiefen Einblick in ein weitgehend vergessenes, aber bis heute inspirierendes Kapitel des Spanischen Bürgerkriegs und der Spanischen Revolution: die selbstbestimmte Kollektivierung großer Teile der katalanischen Wirtschaft zwischen 1936 und 1939. Zeitweise befanden sich bis zu 80% von Industrie und Dienstleistungen unter der Kontrolle der Arbeiter*innen. Dieser Versuch einer grundlegenden gesellschaftlichen Umgestaltung gehört zu den bedeutendsten Emanzipationsversuchen der Arbeiter*innenbewegung im 20. Jahrhundert.
Im Film kommen Historiker*innen und vor allem beteiligte Arbeiter*innen zu Wort. Sie berichten konkret und anschaulich davon, wie Betriebe übernommen, kollektiv organisiert und selbstverwaltet wurden – und von dem Versuch, Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend anders zu organisieren. Eine historische Erfahrung, die auch bei der heutigen Suche nach Alternativen zum Kapitalismus noch einiges zu sagen hat.
Im anschließenden Gespräch wollen wir diese Erfahrungen gemeinsam einordnen und der Frage nachgehen: Was können wir aus ihnen lernen – und was davon ist auch im Jahr 2026 noch relevant?
Paul Michel, Autor des Buches „Krieg und Revolution – Eine kurze Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs“, wird das Gespräch begleiten und bei Bedarf historische Hintergründe und Zusammenhänge ergänzen.
Economía Colectiva. La última Revolución de Europa, Spanien 2014, 66 min, Regie: Eulàlia Comas. Spanisch / katalanisch mit deutschen Untertiteln.