Welche gesellschaftliche Rolle spielt Psychotherapie im Neoliberalismus? Ist sie unpolitisches Heilen von psychischen Krankheiten, trägt sie zur Stabilisierung bestehender Verhältnisse bei oder kann sie Räume für Kritik und emanzipatorische Prozesse eröffnen? Und welche Verantwortung kommt Psychotherapeut*innen bei?
In einer Podiumsdiskussion sprechen drei Psychotherapeut*innen mit teils aktivistischen und wissenschaftlichen Hintergründen über die politischen und gesellschaftlichen Dimensionen psychotherapeutischen Handelns. Ziel der Veranstaltung ist es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und Raum für eine kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit psychotherapeutischer Praxis zu eröffnen.
Julia Asbrand ist Professorin für Klinische Psychologie des Kindes- und Jugendalters an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Kinder- und Jugendpsychotherapeutin (Verhaltenstherapie und systemische Therapie). Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen – etwa durch Klimakrise, Digitalisierung oder soziale Polarisierung – auf emotionale Entwicklungsprozesse bei jungen Menschen.
Julian Dicks ist Psychologischer Psychotherapeut in Ausbildung (tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) und Autor. In seinen Texten thematisiert er unter anderem die „gesellschaftslose Psychotherapie“ und die Frage, wie neoliberale Strukturen, Erschöpfung und psychisches Leiden zusammenhängen. Er ist Mitglied des Netzwerks Kritische Psychotherapie.
Leonie Knebel ist Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) und forscht vor allem zu Psychotherapie und Depression im gesellschaftlichen Kontext und zur nachhaltigen Rückkehr zur Arbeit bei psychischen Erkrankungen.
Gemeinsam mit Kritischer Psychologie Jena