Die vielfachen Krisen und Umbrüche der Gegenwart machen es unausweichlich, über die soziale Frage neu nachzudenken. Das deutsche Wirtschaftsmodell steht geopolitisch, technologisch und demographisch unter Druck. Die sozialen Folgen wie der Stellenabbau in der Industrie, hohe Lebenshaltungskosten oder steigende Kosten der alternden Gesellschaft befeuern Unsicherheiten und Abstiegsängste in der Bevölkerung und fordern den Sozialstaat in seiner gegenwärtigen Verfasstheit.
In der anhaltenden Reformdebatte wird der Sozialstaat oft auf seine Kosten reduziert, während sein Wert selten betont wird. Statt immer neuer Sparvorschläge an Einzelleistungen brauchen wir tragfähige Konzepte und Reformoptionen, die strukturell an den veränderten Rahmenbedingungen der Gegenwart ansetzen.
Für diese notwendige Debatte über die Erneuerung der Sozialpolitik will die Heinrich-Böll-Stiftung mit der Publikation „Erneuerung der Sozialpolitik. Orientierung in einer notwendigen Debatte“ Impulse liefern. In kurzen Beiträgen machen führende Wissenschaftler*innen Vorschläge zur Zukunft des Sozialstaats.
Im Mittagsgespräch stellen Autor*innen ausgewählte Beiträge vor, die wir anschließend gemeinsam mit Vertreter*innen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutieren.
Fachkontakt: Valentin Persau, valentin.persau@boell.de