Mehr als jede dritte Frau wird weltweit im Laufe ihres Lebens Opfer physischer oder sexueller Übergriffe. In Deutschland ist statistisch jede vierte Frau betroffen. 50 Prozent dieser Taten werden im Kontext von Partnerschaften verübt. Gleichzeitig nehmen Radikalisierungsprozesse in einer misogynen Online-Subkultur der sogenannten „Manosphere“ zu. Prostitution ist in Deutschland erlaubt, wodurch die sexuelle Ausbeutung von Frauen unter dem Deckmantel der Freiwilligkeit ermöglicht und befördert wird.
Die Fachtagung rückt anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November das Thema „Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ in den Fokus und ermöglicht den Dialog zwischen Wissenschaft, Behörden, Zivilgesellschaft und politischer Praxis, um aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen zu analysieren und politische Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Schwerpunkte liegen auf der Umsetzung völkerrechtlicher Vorgaben wie der Istanbul-Konvention, der kriminologischen Untersuchung von Täterstrukturen sowie den rechtlichen Reformoptionen im Bereich der Prostitutionsgesetzgebung. Die abschließende Podiumsdiskussion widmet sich der übergeordneten, strategischen Frage, wie Frauenrechte und Gleichberechtigung gefestigt und langfristig verteidigt werden können.