Mit der Vortragsreihe „Geheimdienste im 21. Jahrhundert“ widmen wir uns in diesem Semester einem Politikfeld, das meist im Verborgenen bleibt, für die internationale Sicherheit jedoch von zentraler Bedeutung ist. Den Auftakt bildet der Vortrag „Von der Feindaufklärung zum Cyberkrieg“ von Prof. Dr. Wolfgang Krieger, emeritierter Professor für Neuere Geschichte an der Philipps-Universität Marburg und einer der renommiertesten deutschen Experten für Nachrichtendienste.
Geheimdienste bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Informationsgewinnung, Sicherheitsvorsorge und geopolitischer Machtpolitik. Dabei hat sich das Geschäft der Spionage in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt: Satellitenaufklärung, Cyberoperationen, Open Source Intelligence und Künstliche Intelligenz ermöglichen die Auswertung ungeahnter Datenmengen. Damit ergeben sich jedoch nicht nur neue Möglichkeiten der Informationsgewinnung, sondern auch immer neue Aufgabenfelder der Gefahrenabwehr.
Wie verändern Digitalisierung und Cyberkrieg also die Arbeitsweise der Geheimdienste? Und welche Befugnisse benötigen deutsche Nachrichtendienste angesichts neuer Bedrohungen? Welche Rolle spielen Nachrichtendienste heute im internationalen Wettbewerb der Großmächte? Diesen Fragen geht Prof. Dr. Wolfgang Krieger in seinem Vortrag nach. Im Anschluss an den Vortraf besteht Gelegenheit zur Diskussion.