Von einer Zunahme der globalen ökonomischen Verflechtung, die um die Jahrtausendwende ihren Höhepunkt erreichte, kann Mitte der 2020er-Jahre keine Rede mehr sein. Trifft der Begriff des globalen Kapitalismus zur Beschreibung der Welt also überhaupt noch zu?
Die Unterbrechung der globalen Beziehungen erreicht heute eine neue Qualität, die über zyklische Krisen hinausgeht. Protektionismen und Embargomaßnahmen bringen eine regelrechte Teilung der Welt hervor. Einem transatlantischen Block steht ein eurasisch-pazifischer Block gegenüber. Bemerkbar macht sich dies im Handel, im Kapitalverkehr, bei Reisen und Finanztransaktionen, aber auch im Kultur- und Wissenschaftsaustausch. Gleichzeitig kommt es zu neuen Zusammenschlüssen im nicht-westlichen Teil der Welt, der über die Institutionen des BRICS+ gemeinsame Interessen verfolgt.