Mit dieser Veranstaltung wird die Vorstellungsreihe Münchner Räterepublikaner mit einem Vortrag über Gustav Landauer (1870-1919) fortgesetzt. Gemeinsam mit Erich Mühsam zählt er zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Anarchismus.
Landauer wurde am 7.April 1870 in einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Karlsruhe geboren und gehörte Ende des 19 Jahrhunderts zunächst zu den frühen sozialdemokratischen Linksabweichlern der „Jungen“ und übernahm die Schriftleitung der Zeitschrift „Der Sozialist“. In London hatte er Kontakt zu Peter Kropotkin und übersetzte u.a. dessen Werk über die „Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt.“ Früh propagierte er die Idee von Konsum- und Produktionsgenossenschaften, in denen er einen Weg zur Befreiung der Arbeiterklasse sah. 1908 gründete er den „Sozialistischen Bund“ und von Kurt Eisner im November 1918 nach München zum Mitaufbau der Sozialistischen Münchner Republik berufen war Landauer in der ersten Münchner Räterepublik im April 1919 „Volksbeauftragter für Erziehung und Unterricht.“ Landauer wurde nach der blutigen Niederschlagung der Münchner Räterepublik am 2. Mai 1919 von protofaschistischen Freikorps brutal ermordet.
Im Vortrag soll das Leben und das vielfältige Werk von Landauer vorgestellt und im Hinblick auf seine Relevanz im Angesicht von aktueller Hochrüstung und Rechtsentwicklung diskutiert werden.
Referent: Ortwin Schäfer (Erich-Mühsam-Gesellschaft, Marburger Bündnis „Nein zum Krieg!“)
In Kooperation mit Kulturhorizinte Marburg e.V.