Harburg ist ein Ort der Kontraste. Einst eigenständige Stadt, heute ein Experimentierfeld zwischen „Wissensstadt am Wasser“ und autogerechtem Beton-Erbe.
Dieser Rundgang führt uns an die Schmerzpunkte der Harburger Stadtentwicklung: Wir diskutieren, warum die Stadtplanung oft nur wie ein Flickenteppich aus Rettungsmaßnahmen wirkt und wo die Seele der Stadt verloren ging. Begleiten Sie uns von den Bahngleisen, die wie eine Staatsgrenze wirken, über die isolierten Plätze der Innenstadt bis hin zum „Showroom“ Binnenhafen. Eine Einladung, Harburg neu zu denken – jenseits von faulen Kompromissen und „Angst vor dem Scheitern“.
Geleitet wird der Rundgang von Heiko Langanke (Dipl.-Pol.), er engagiert sich seit Jahren in Harburgs Kultur- und Kommunalpolitik und arbeitet sich an seinen weitreichenden Verfehlungen ab.
Teilnahmebeitrag: 5€ (wird vor Ort eingesammelt)
Für den Rundgang stellen wir den Teilnehmer:innen einen Audio-Tour Empfänger zur Verfügung. Wir bitten n.M. einen eigenen Kopfhörer mit 3,5 mm Klinken-Stecker (Bluetooth geht nicht) mitzubringen.
Eine Anmeldung ist erforderlich.
Route & Stationen des Rundgangs – Die Route startet am Verkehrsknotenpunkt und arbeitet sich durch die Problemzonen bis zum Hafen vor:
- Station 1: Fernbahnhof Harburg (Treff- & Startpunkt): Ein Blick auf Bahntrasse als Harburger Jahrhundert-Hindernis. Warum wurde eine Tieferlegung nie ernsthaft untersucht? Der Bahnhof als „Un-Ort“ und die fehlende Willkommenskultur.
- Station 2: Phoenix-Center & Harburg Arcaden: Das unnötige Zerschneiden des Zentrums. Oder: Wie der Bau der Malls als Rettung gedacht war, aber die historische Einkaufsachse zerstörte.
- Station 3: Rathausplatz: Das Erbe der Eigenständigkeit vs. Verwaltungszentrum. Hier spürt man die einstige Größe der Stadt und hat vor Augen, wie wenig Plätze noch gedacht werden.
- Station 4: Lüneburger Straße / Ehemaliges Karstadt-Areal: Wirtschaftlichkeit vs. Experiment: Der „langsame Tod durch Leerstand“. Warum werden hier keine „Zukunftsideen“ wie Bildung & Kultur als Frequenzbringer oder ein Campus-Marktplatz gewagt? Die politische „Angst vor dem Scheitern“ direkt vor der Fassade.
- Station 5: Der Sand (Marktplatz): Der Funktionsverlust öffentlicher Plätze. Einst der Treffpunkt Harburgs, heute durch die Verkehrsführung isoliert und mehr Park- als Marktplatz. Diskussion über Sichtachsen, die durch massive Klötze und Parkhäuser verstellt wurden aber auch teure Sanierungsmaßnahmen.
- Station 6: Die Überquerung (Geplante Landschaftsbrücke / Unterführung): Das „Pflaster auf der Wunde“. Blick auf die Verbindung zwischen City und Hafen. Ist eine Brücke genug, um die Zerschneidung aufzuheben, oder verwaltet sie das Problem nur?
- Station 7: Binnenhafen / Brücke Harburg-Freudenberger Areal (Abschluss): „Showroom“ vs. „Maschinenraum“: Die Ankunft in der „Exklave“. Die soziale Trennung zwischen den „neuen Harburgern“ in Lofts und der angestammten Bevölkerung in der City. Abschlussdiskussion: Kann Harburg jemals wieder „aus einem Guss“ sein?
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg