ICH VERSTEHE IHREN UNMUT“/ D 2026

Film im Rahmen des 35. Filmkunstfest M-V/ 05.-10.5.

Heike (59) arbeitet als Objektleiterin in einer Reinigungsfirma und vermittelt täglich zwischen Kund*innen, Unternehmensleitung und Reinigungspersonal. Sie hat versucht, einen nicht offiziell angemeldeten Arbeiter eines Subunternehmers abzuwerben und damit gegen die Vorschriften verstoßen. Nun droht der Subunternehmer, die Zusammenarbeit einzustellen, wenn Heike ihm nicht mehr Arbeitsstunden und Einnahmen zusichert. Um diesen Forderungen nachzukommen, muss sie einen ihrer eigenen Mitarbeiter entlassen – einen Kollegen, den ihre Freundin Taja sehr schätzt. Heike gerät zunehmend in einen Konflikt zwischen ihrer Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter*innen und den Bedingungen der Arbeitswelt im Niedriglohnsektor. Das Drama, das von Erfahrungen des Regisseurs inspiriert ist, bleibt dicht an der Protagonistin dran und schildert realitätsnah von Druck, Abhängigkeit und dem daraus folgenden psychischen Stress für Angestellte, die keine Lobby haben.

„Einfach weiter funktionieren: die notwendige Perversion eines Systems am Anschlag. Die ganze Absurdität von Friedrich Merz´ Mär von den faulen Deutschen manifestiert sich in diesem Film.“ – taz

„… ist inszeniert wie ein Thriller.“ – Radio 3 Berlin

„Mit den ästhetischen Mitteln des Dokumentarfilms wird ein starker, nie abreißender Sog erzeugt.“ – Die Zeit

„… ein intensiver, genauer Blick auf Menschen, die an den Rand in die Nacht verbannt und unsichtbar alles am Laufen halten.“ – 3sat Kulturzeit

Directors Statement des Regisseurs:

„Ich verstehe Ihren Unmut“ beginnt mit einer Begegnung: Zwischen Abitur und Studium arbeitete ich in der Reinigung, um mir einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren und lernte die Welt der Reinigung kennen – wir reinigten Schwimmbäder, Büros und eine Schokoladenfabrik. Meine damalige Objektleitung beeindruckte mich. Die Erlebnisse prägten mich lange über unser Arbeitsverhältnis hinaus. Viele Jahre später entschieden wir, gemeinsam ein Drehbuch zu schreiben, doch dann nahm sie sich unvermittelt das Leben. Die Frage, welche Rolle die vielen moralischen Konflikte ihres Jobs bei der Entwicklung ihrer psychischen Erkrankung gespielt hatten, beschäftigte mich. Ich wollte den Aufbau und die Regeln eines Jobs verstehen, der Interessen befriedigen muss, die sich systematisch widersprechen: günstige Preise, maximale Effizienz und menschliche Arbeitsbedingungen. Ich will mit diesem Film eine Sichtbarkeit ermöglichen und mit Heike Hoffnung suchen, nach einem Moment des Glücks statt Aufgabe.

REGIE: Kilian Armando Friedrich

Der Regisseur wuchs an der deutsch-französischen Grenze auf und studierte Szenische Künste in Hildesheim und Madrid und anschließend Filmregie mit Schwerpunkt Dokumentarfilm in München und Mexiko-Stadt. Sein Dokumentarfilm Nomades du nucléaire (ATOMNOMADEN) feierte Premiere auf der Berlinale 2023 und gewann den deutschen Filmpreis in der Kategorie mittellanger Film. Sein erster Spielfilm, ICH VERSTEHE IHREN UNMUT hatte Weltpremiere im Panorama der Berlinale 2026. Friedrich arbeitet auch als Medienpädagoge in der interkulturellen Filmarbeit.

weitere Vorführungen:

  • Do., 07.05.2026, 17:00 Kino 5, Filmpalast Capitol Schwerin, mit Kilian Armando Friedrich (Regie), Sabine Thalau (Hauptdarstellerin)
  • Fr., 08.05.2026, 15:00 Kino 5, Filmpalast Capitol Schwerin mit Kilian Armando Friedrich (Regie), Sabine Thalau (Hauptdarstellerin)

https://www.filmkunstfest.de/

Zum Event

Event Detail

10. Mai 2026 14:45
10. Mai 2026 16:30
Wismarsche Str. 128, 19053 Schwerin

Organizers

Rosa-Luxemburg-Stiftung
info@rosalux.org
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. Sie versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus.