Wie lässt sich die Geschichte des Nationalsozialismus aus der Perspektive einer jungen Frau erzählen, die selbst von antisemitischer Verfolgung betroffen war? Und was kann ihre Geschichte für unseren heutigen Umgang mit Antisemitismus und Erinnerung bedeuten?
Am Montag, den 12. Oktober 2026, lädt das Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf und die Koordinierungsstelle Demokratie Marzahn-Hellersdorf zu einem Filmabend mit anschließendem Gespräch in die Alice Salomon Hochschule Berlin ein. Gezeigt wird der Film „In den Seiten der Zeit – Ich leb’ so gern“, der sich mit dem Leben von Gerda M. Meyer auseinandersetzt.
Gerda M. Meyer absolvierte Anfang der 1930er Jahre ihre Ausbildung zur Fürsorgerin an der damaligen Sozialen Frauenschule, der heutigen Alice Salomon Hochschule. Ihre Tagebücher aus den Jahren 1929 bis 1948 geben Einblicke in ihren Alltag und dokumentieren zugleich die zunehmende antisemitische Ausgrenzung und Verfolgung während der NS-Zeit.
Studierende der Alice Salomon Hochschule haben sich künstlerisch mit ihrer Biografie und ihren Tagebuchaufzeichnungen auseinandergesetzt. Der daraus entstandene Film verbindet die historische Lebensgeschichte mit Fragen nach Erinnerungskultur, Antisemitismus und der Bedeutung Sozialer Arbeit. Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Gespräch mit Klaus Lederer und der Großnichte Gerda Meyers, Ulrike Cordier, statt, moderiert von Henny Engels. Gemeinsam soll darüber gesprochen werden, wie wir heute auf die Geschichte antisemitischer Verfolgung blicken, welche Bedeutung persönliche Erinnerungen und Biografien für die Auseinandersetzung mit Antisemitismus haben und welche Fragen sich daraus für die Gegenwart ergeben.
Die Veranstaltung findet an einem für Gerda M. Meyer besonderen Ort statt: An der Institution, wo sie selbst einst ihre Ausbildung absolvierte, setzen sich heute Studierende mit ihrer Geschichte auseinander.
Mehr Informationen finden sich hier.