Salon Bildung: „Auf die linke Tour – Politische Bildung und der Kampf gegen Rechts“
Nach dem Mord an Walter Lübcke sowie den Anschlägen von Halle und Hanau 2019/2020 wurde der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus eingesetzt. Zu dem einige Monate später beschlossenen Maßnahmenkatalog gehörte auch eine vom Bundesministerium des Innern geförderte Studie über Institutionen und Rassismus. Drei Jahre lang befassten sich Mitarbeitende des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt in 23 Einzelprojekten mit zahlreichen Behörden. Tenor des 2024 eingereichten Abschlussberichts: Rassismus ist ein strukturelles Problem im behördlichen Alltag, es gibt dringenden Bedarf an einer langfristigen Handlungsstrategie. Allerdings dauerte es über ein Jahr, bis das Ministerium den Bericht veröffentlichte. Zudem erfolgte die Veröffentlichung beiläufig – es entstand der Eindruck, als ob die Studie irgendwie lästig sei. Kann es also sein, dass das Fenster für rassismussensible Selbstbefragung, das sich vor einigen Jahren geöffnet hatte, wieder geschlossen wurde?
Mit Felix Axster, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin sowie am bundesweiten dezentralen Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Axster war Mitglied des Projektteams der Studie.