Jiddischland. Jiddisch zwischen Alltag, Politik und Religion

Über Jahrhunderte verband das Jiddische als Alltagssprache europäische Juden zwischen Kiew und Berlin, Riga und Iași. Als Europas Völker nach Nationalstaaten strebten, wurde Jiddisch Ausdruck eines neuen, auch politischen Selbstbewusstseins. Ermordung und Exil infolge des Holocaust ließen es weitgehend verstummen. Heute ist es Vernakular insbesondere religiöser Juden überall auf der Welt.
Die Wochenendtagung mit der Judaistin Diana Matut und der Kantorin, Schauspielerin und Sängerin Jalda Rebling wirft Schlaglichter auf die Rolle und Bedeutung der Sprache. Welche Wörter mit jiddischen Wurzeln finden sich im Deutschen? Wie prägt(e) sie Alltag, Politik und Religion jüdischer Gemeinschaften vor und nach dem Holocaust? Wie erzählen jiddische Lieder jüdische Geschichte? Wo hinterlässt die Sprache aktuell Spuren?

Anmeldung: akademie@evlks.de

Leitung: Dr. Julia Gerlach, Dr. Diana Matut

Kooperation: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Seminar für Judaistik/Jüdische Studien

Mitwirkende

Dr. Julia Gerlach ist Politikwissenschaftlerin und Studienleiterin für Demokratie, Wirtschaft und Soziales an der Evangelischen Akademie Sachsen.

Dr. Diana Matut ist Judaistin und lehrt Jüdische Studien, Jid- disch und Jüdische Musik an der Universität Halle-Wittenberg und am Oxford Centre for Hebrew and Jewish Studies. Sie erwarb ein Diplom in Hebräischen und Jüdischen Studien in Oxford und einen Master in Jiddischen Studien an der SOAS London. Als Wissenschaftlerin hat sie sich der Erforschung der nahezu vergessenen westjiddischen Kultur und Sprache verschrieben, als Künstlerin der jiddischen Musik der Renais- sance und des Barock.

Chasan Jalda Rebling lehrt als jüdische Kantorin in der Tradition der Maggidim, jüdischer Wander-Lehrer. Sie sammelt alte Er- fahrungen und verknüpft sie, um daraus Neues zu entwickeln. So trägt sie jüdisches Wissen in die Welt. Seit mehr als 40 Jahren ist sie eine welterfahrene und international renommierte Spezialistin für jüdische Musik vom frühen Mittelalter bis in die Moderne. Mit Experimentierfreudigkeit und Erfahrung überschreitet sie singend und spielerisch traditionelle Grenzen.

Andreas Schmitges ist diplomierter Jazz-Gitarrist und pro- fessioneller Klezmermusiker an der Gitarre und Mandoline, Tanzmeister, Autor und Jiddisch-Aktivist. Er leitet Workshops im Bereich der jiddischen Musikkultur und des jiddischen Theaters. Er spricht fließend Jiddisch und ist als Künstler vor allem am Zusammenspiel von jiddischer Sprache, Musik und Tanz, sowie deren Verwandtschaften zu anderen Kulturen interessiert

Kosten

Die Tagungskosten betragen 150,00 EUR pro Person im Doppel- zimmer und 170,00 EUR im Einzelzimmer. Junge Menschen in Ausbildung oder Studium zahlen 90,00 EUR im Doppelzimmer und 110,00 EUR im Einzelzimmer. Auf vorherige schriftliche Anfrage hin ist eine Ermäßigung für Personen mit geringem Einkommen möglich. In den Tagungskosten sind zwei Über- nachtungen mit Vollpension, Konzerteintritt sowie Tagungs- beitrag enthalten.

Die Tagungskosten überweisen Sie bitte bis spätestens zehn Tage vor Veranstaltungsbeginn auf das Konto der Evangelischen Akademie Sachsen:

Bank für Kirche und Diakonie BIC GENODED1DKD IBAN DE04 3506 0190 1800 4180 00

Verwendungszweck: Jiddischland sowie Ihren Namen

Die Stadt Meißen erhebt seit dem 01.01.2019 eine Gästetaxe in Höhe von 1,50 Euro pro Nacht und Person. Diese wird bei der Ankunft am Tagungsort an der Rezeption eingezogen.

Anmeldung

Ihre Anmeldung ist über die Webseite, per E-Mail an akademie@evlks.de oder Telefon unter 0351 – 8124 319 mög- lich. Sie erhalten eine schriftliche Anmeldebestätigung. Bei Verhinderung melden Sie sich bitte spätestens bis zum 26. Januar 2023 ab. Andernfalls müssen Ausfallkosten in Höhe von 70 Prozent der Tagungskosten erhoben werden. Bei Absage oder Nichtanreise am Anreisetag betragen die Ausfallkosten 100 Prozent. Wir behalten uns vor, die Tagung aufgrund von höherer Gewalt (z.B. Entwicklung der Corona-Pandemie, Krankheit, geringer Anmeldestand) abzusagen. Bei Anreise mit der Bahn empfehlen wir eine Reiserücktrittversicherung.

Anreise

Die Wochenendtagung findet im Klosterhof St. Afra Meißen, Freiheit 16, 01662 Meißen statt. Er liegt in der historischen Altstadt Meißens an der Zufahrt zum Dom neben der St. Afra Kirche. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie den Klosterhof St. Afra mit der S-Bahn von Dresden aus. Die Linie S 1 verkehrt alle 30 Minuten. Von der Haltestelle „Meißen Altstadt“ beträgt der Fußweg, der mit einem steilen Aufstieg auf den Burgberg verbunden ist, etwa 20 Minuten. Mit dem PKW erreichen Sie Ihr Ziel über die B6 und B101 in Richtung Meißen Zentrum und Meisastraße. Weitere Informationen zur Anreise entnehmen Sie bitte der Webseite des Klosterhofes St. Afra Meißen.

Üblicherweise ist die Rezeption bis 18:00 Uhr besetzt. Bitte melden Sie spätere Anreisen daher unbedingt sieben Tage vor Veranstaltungsbeginn per E-Mail bei akademie@evlks.de an.

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Event-Infos

3. Februar 2023 17:00
5. Februar 2023 14:00
Freiheit 16, 01662 Meißen

Veranstalter

Evangelische Akademie Sachsen
Die Evangelische Akademie Sachsen bringt gesellschaftliche Debatten mit unterschiedlichen christlichen und nicht-christlichen Positionen aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Kirche ins Gespräch. Sie bietet den Ort, die Zeit und die Gelegenheit für Diskurse über Themen, Fragen und Problemlagen der Gesellschaft und des Glaubens und setzt Impulse auch im kulturellen Bereich. Sie versteht sich als Scharnier zwischen Kirche und Gesellschaft – offen und kritisch – und setzt dabei auf echte Begegnung.