Wessen Geschichte überlebt den Algorithmus? Jeder Mensch, der seine Heimat für immer verlässt, trägt eine Geschichte mit sich. Diese Geschichten sind zerbrechlich: Sie verändern sich mit jeder Wiederholung, jedem Formular, jedem Gespräch in der Ausländerbehörde. Nun halten Algorithmen Einzug in diesen Prozess: Sie bewerten Asylanträge, sortieren biometrische Daten und erstellen Risikoprofile. Was sie produzieren, ist eine maschinell erstellte Version eines Lebens. Eine Version, die über Leben und Tod entscheiden kann.
Doch der Druck ist auf beiden Seiten enorm. Asylbehörden in ganz Europa sind mit Tausenden unbearbeiteten Anträgen überlastet. Künstliche Intelligenz verspricht Entlastung.
Wenn wir uns diesen Tools zuwenden, müssen wir uns den schwierigen Fragen stellen:
- Wer hat das Sagen? Wer schreibt den Code, der darüber entscheidet, wer bleibt und wer geht?
- Kann eine Maschine ein Trauma verstehen? Künstliche Intelligenz ist auf Muster und Daten ausgelegt, Migration hingegen wird durch das Einzigartige und Unvorhersehbare definiert.
- Das Recht, zu vergessen: Ist für diejenigen, die vor einer schmerzhaften Vergangenheit fliehen, das „perfekte Gedächtnis“ einer KI Fluch oder Segen? Was geschieht mit dem Recht von Geflüchteten auf einen Neuanfang?
Nur begrenzte Plätze verfügbar. Eintritt frei. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.