Vorstellung der gleichlautenden Publikation und des Greifswalder Buchklubs. Reihe: Seniorenklub
Leseland ein sehr schönes Wort und recht unbestimmt. Es ist noch immer in der Debatte um eine „Ostidentität“ präsent. Mit Sicherheit gehört zum Leseland, dass es vom Kind bis zur Großmutter kaum Lebens- und Arbeitsbereiche gab, in denen Bücher keine wertvollen Geschenke waren. Auffällig viele Widmungen gab es in den 60er und 70er Jahren im Zusammenhang mit „volkseigenen Betrieben und Arbeitskollektiven als einer zentralen Vergesellschaftungsinstanz“ der DDR (Thomas Lindenberger, Soziologe). Erkennbar ist auch, dass Schriftsteller und Leser in besonderer Weise einander gebraucht haben. Ebenso, dass beide zu Zeiten, selbstverständlich unterschiedlich, mit der Macht in Konflikt geraten sind. Nach dem vielschichtigen Warum wird bis heute zu selten gefragt. Und könnte etwas von dem, was Widmungen erzählen, in die Zukunft reichen?