Jüdisches Leben auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands lässt sich seit über 1700 Jahren belegen, für Mainz wird vom 5. Jahrhundert und früher ausgegangen. Das Judentum war und ist vielfältig und drückte sich im gesellschaftlichen Leben wie auch als religiöse Praxis aus. Dabei war jüdisches Leben immer geprägt von Ausgrenzung, Assimilation, Verfolgung, Aufbruch, Ankommen und Emanzipation.
Die Schaufenster-Comicausstellung „Nächstes Jahr in“ stellt an sieben Orten in der Mainzer Neustadt Aspekte jüdischen Lebens in Comicform vor, aus denen sich ein Panorama jüdischer Geschichte in Deutschland formt – ein Blick auf die Vielfalt des Judentums, auf Ausgrenzung und Assimilation, Verfolgung, Aufbruch und Ankommen. Ohne Klischees zu bedienen, blicken die Zeichner:innen auf religiöse Rituale, jüdische Kunst und Kultur, auf Alltagsantisemitismus, Verfolgung und Widerstand und nicht zuletzt auf jüdischen Humor. Sie erzählen von Exilant:innen, von Kaufleuten und Künstler:innen, von Musiker:innen und Gauner:innen.
Die Ausstellung kann ohne Mühe selbst erkundet werden, darüber hinaus bieten wir neben diesem drei weitere öffentliche Rundgänge entlang der Stationen an:
- Vernissage am 14.8., 17:30
- Rundgang am 20.8., 17:00
- Rundgang am 2.9., 17:00
Treffpunkt jeweils von der Öffentlichen Bücherei Anna Seghers
Die Führungen werden gestaltet von Jonas Engelmann, Mitherausgeber von »Nächstes Jahr in«.
Anmeldung unter RLP@rosalux.org
Am 19.8. stellt die Berliner Zeichnerin Tine Fetz um 19:00 in der Buchhandlung Bukafski ihren Beitrag vor und spricht mit Jonas Engelmann über jüdische Räuberbanden.
Und am 2.9. um 19:00 hält Jonas Engelmann im Anschluss an den Rundgang in der Rosa-Luxemburg-Stiftung (Neckarstr. 27) einen Vortrag über jüdische Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Eine Kooperation der Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz.