In rechtsextremen Ideologien spielen Geschlechterbilder eine zentrale Rolle. Frauen werden dabei häufig auf traditionelle Rollen als Mütter, Ehefrauen und Bewahrerinnen einer vermeintlich „natürlichen Ordnung“ festgelegt. Diese Vorstellungen verbinden sich mit einem autoritären Gesellschaftsverständnis, in dem Familie, Herkunft und „Gemeinschaft“ klar hierarchisch und ethnisch definiert werden. Gleichstellungspolitik, feministische Bewegungen und geschlechtliche Vielfalt gelten in diesen Narrativen als Bedrohung dieser Ordnung.
Besonders deutlich werden diese Geschlechterbilder in digitalen Räumen. Über soziale Medien werden traditionelle Weiblichkeits- und Familienvorstellungen ästhetisch aufbereitet, verbreitet und in alltägliche Inhalte übersetzt. Dadurch verschränken sich Online-Kommunikation, Lifestyle-Elemente und politische Botschaften zunehmend miteinander und erreichen neue Zielgruppen.
Gleichzeitig zeigt sich ein Spannungsverhältnis innerhalb rechtsextremer Milieus: Trotz der Betonung traditioneller Rollen sind Frauen keineswegs nur passive Figuren. Sie treten als Aktivistinnen, Organisatorinnen und Multiplikatorinnen auf und tragen aktiv zur Verbreitung und Stabilisierung entsprechender Ideologien bei – auch über digitale Plattformen.
Vor diesem Hintergrund lädt der Fachtag dazu ein, die Bedeutung von Frauenbildern im Rechtsextremismus genauer zu betrachten. Welche Funktionen erfüllen traditionelle Weiblichkeitsvorstellungen in extrem rechten Ideologien? Wie wirken sie sowohl offline als auch in digitalen Räumen? Und welche Rolle spielen sie für die Stabilisierung und Weitergabe rechtsextremer Weltbilder?