Wie treffen Demokratien heute verbindliche Entscheidungen, wenn sich Fakten und Meinungen zunehmend vermischen? Wenn das Vertrauen in Institutionen und Akteure schwindet, die lange als verlässliche Orientierung galten? Diskutiert mit Gästen aus Justiz, Wissenschaft und Medien, wie Wahrheit in Zukunft ausgehandelt werden kann und wovon demokratische Gesellschaften getragen werden.
In unserer Demokratie gibt es unterschiedliche Wahrheitsbegriffe: Gerichte treffen verbindliche Entscheidungen im Sinne der Wahrheit. Die Wissenschaft strebt nach Wahrheit – deshalb können ihre Ergebnisse durch neue Wissensstände jederzeit widerlegt oder modifiziert werden. Und Medien blicken auf konkurrierende Wahrheitsansprüche, gewichten und deuten. Es ist nicht neu, dass Wahrheit umstritten ist. Neu ist, dass bislang respektierte Institutionen und Verfahren von Teilen der Gesellschaft nicht mehr anerkannt werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden bezweifelt, Gerichtsurteile öffentlich infrage gestellt. Zugleich zerfällt die gemeinsame Öffentlichkeit durch digitale und soziale Medien. Es entstehen neue Öffentlichkeiten, in denen von vermeintlichen Mehrheiten eigene Fakten und alternative Wahrheiten geschaffen werden.
Diskutiert mit unseren Gästen dieses zentrale Zukunftsthema demokratischer Gesellschaften: Wie werden demokratisch Meinungen gebildet und Entscheidungen getroffen, wenn Institutionen und Verfahren an Autorität verlieren, die lange für Orientierung und Verlässlichkeit gesorgt haben? Wie können Diskurse über die Wahrheit mit gemeinsamen Grundlagen verbunden werden, die demokratisches Handeln ermöglichen? Welche Rolle spielen Justiz, Wissenschaft, Medien – aber auch neue Akteure und digitale Öffentlichkeiten – künftig bei der Aushandlung von Wahrheit? Und wie viel Pluralität kann eine demokratische Öffentlichkeit vertragen, ohne sich selbst zu verlieren?
Gäste
- Robin Alexander, Journalist, Autor und Podcaster von „Machtwechsel“
- Prof. Dr. Peter Strohschneider, Prof. i.R. für Literaturwissenschaft an der LMU München, wissenschaftlicher Leiter des Bereichs Forschung und Wissenschaftsreflexion und Vorsitzender des Forschungsbeirats bei der Leopoldina, ehem. Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und ehem. Vorsitzender der Zukunftskommission Landwirtschaft
- Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Susanne Baer, Professorin für öffentliches Recht und Geschlechterstudien an der HU Berlin, Richterin des Bundesverfassungsgerichts a.D.
Moderation
- Yasmine M’Barek, Journalistin DIE ZEIT
Informationen
- Veranstaltungsort: Forum
- Eintritt: 8€, erm. (mit Nachweis) 4€
- Ein Ticket ist erforderlich.
- Restkarten sind ggf. an der Abendkasse erhältlich.
- Veranstaltungssprache: Deutsch, Deutsche Gebärdensprache
Zugänglichkeit
- Hier findet ihr alle Informationen zur Barrierefreiheit.
Tickets
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