Podiumsdiskussion Geschichtsraum Olympiapark Berlin

Der Olympiapark Berlin, das ehemalige „Reichssportfeld“, ist ein einzigartiges Bau- und Flächendenkmal, dessen herausragende historische Bedeutung weit über die Sportgeschichte im engeren Sinne hinausreicht. Zugleich ist er auch eine vielfach genutzte Sport- und Freizeitstätte, ein touristischer Ort übergeordneter Bedeutung, ein Ort der Verwaltung oder auch der schulischen Bildung und Erziehung.

Seit Abzug der britischen Alliierten 1994 und der Überlassung des Gesamtgeländes des ehemaligen „Reichssportfelds“ an das Land Berlin gab es mehrere Initiativen, das Gelände zumindest in Teilen als einen historisch bedeutsamen Ort ins Bewusstsein der Nutzer:innen wie auch der Stadtbewohner:innen und Stadtbesucher:innen zu rücken. Diese waren eng an die Planungen für zwei sportliche Mega-Events gekoppelt: die Berliner Bewerbung für die Olympischen Spiele 2000 und die Fußballweltmeisterschaft 2006.

Auch die aktuelle Kampagne für eine Berliner Bewerbung zur Austragung Olympischer Spiele in der Zukunft hat das Thema aufgegriffen, doch kaum überzeugende Konzepte für die künftige Ausgestaltung des Areals als Geschichtsraum entwickelt. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin und das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin laden zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 29. September 2026 sowie einem eintägigen Symposion am 30. September 2026 ein, bei denen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Geschichtsraums Olympiapark aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert werden sollen.

Inhaltlich werden unter anderem folgende Themen und Fragestellungen behandelt:

  • die besondere Bedeutung des Geländes und seiner Bauten im Spannungsfeld von nationalsozialistischer Architektur und Stadtplanung, moderner Sportstättengestaltung sowie der gegenwärtigen Berliner Erinnerungslandschaft;
  • das leitende „ideologische Programm“ des ehemaligen Reichssportfeldes, insbesondere im Hinblick auf Körper- und Geschlechterbilder sowie Toten- und Opferkult, und dessen historische Einordnung;
  • das dort vermittelte spezifische Verständnis von Sport sowie dessen Vergleich mit historischen und gegenwärtigen (auch alternativen) Konzeptionen von Sport und sportlichem Wettkampf;
  • der Umgang mit dem Gelände und dessen Weiterentwicklung nach 1945 bis in die jüngere Gegenwart;
  • die aktuelle Nutzung des Olympiaparks sowie die damit verbundenen Herausforderungen und Möglichkeiten eines ebenso geschichtsbewussten wie sportorientierten Umgangs mit dem Gelände in der Zukunft.

Weitere Informationen zur historischen Einordnung des Olympiaparks finden Sie im Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin unter folgendem Link:

 

Gutachten „Der Olympiapark Berlin – Geschichte und Zukunft eines historischen Ortes“

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Event Detail

29. September 2026 16:00
30. September 2026 18:00
Gretel-Bergmann-Weg 1, 14053 Berlin

Organizers

Jüdische Orte
juedischeorte@asf.tu-berlin.de
Jüdische Orte ist der Veranstaltungsorganisator der Podiumsdiskussion „Geschichtsraum Olympiapark Berlin“ in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin und dem Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin.