Digitale Propaganda beruht schon lange auf Automatisierung, Algorithmen und sozialen Plattformen. Generative Künstliche Intelligenz verstärkt diese Entwicklung nun deutlich. Texte, Bilder und Videos können heute in großer Menge, mit hoher Geschwindigkeit und wenig Aufwand produziert, politische Botschaften schneller erstellt, leichter angepasst und gezielt auf unterschiedliche Gruppen zugeschnitten werden. Gleichzeitig sorgen digitale Plattformen dafür, dass bestimmte Inhalte besonders sichtbar werden, sich schnell verbreiten und große Reichweiten erzielen können.
Deshalb reicht es nicht, nur auf Deepfakes, gefälschte Bilder oder einzelne Falschinformationen zu schauen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von KI, Plattformen und politischer Macht. Wer kontrolliert die technischen Systeme, über die Informationen produziert, ausgewählt und verbreitet werden? Wer profitiert davon, und welche Inhalte werden besonders verstärkt?
Mandy Tröger argumentiert, dass KI Propaganda nicht neu erfindet. Bestehende Formen politischer Einflussnahme werden durch KI jedoch schneller, billiger und leichter skalierbar. Die Debatte über KI und Propaganda ist deshalb immer auch eine Debatte über die Macht digitaler Plattformen.
Mandy Tröger ist assoziierte Professorin für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Södertörn Universität in Stockholm. Ihre Forschungsschwerpunkte: Medien- und Kommunikationsgeschichte, Militarisierung der Kommunikation sowie durch KI hervorgerufene Veränderungen
Eintritt frei.
Der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss ist barrierefrei erreichbar.
Eine Veranstaltung des Rosa-Luxemburg-Clubs Braunschweig, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen sowie IPPNW e.V. Regionalgruppe Braunschweig und des Friedenszentrum Braunschweig e.V.