Seit Jahrzehnten wird Wissen über die RUTA-Region(en) oft aus externen Perspektiven produziert, insbesondere solchen, die von westlichen akademischen und russisch-imperialen Rahmenbedingungen geprägt sind. Diese Ansätze haben lokale intellektuelle und kulturelle Traditionen häufig marginalisiert und Distanz, Loslösung und angeblich objektive Formen der Expertise über gelebte Erfahrungen, Beziehungen und Gemeinschaftswissen gestellt.
Auf der RUTA-Jahreskonferenz 2026 laden wir die Teilnehmer:innen ein, verwurzelte und verkörperte Wissensformen als Quellen für sozialen Wandel und Machtverschiebungen zu erforschen. Wir fragen, wie Forschung, Kunst und kulturelles Erbe transformiert werden, wenn sie aus den Orten und Gemeinschaften entstehen, über die sie sprechen. Welche Möglichkeiten werden sichtbar, wenn gelebte Erfahrung, Positionalität und lokale Geschichten in den Mittelpunkt der Wissensproduktion gerückt werden?
Diese Fragen sind besonders dringend in Kontexten, die von Autoritarismus, Kolonialismus, Krieg, Umweltzerstörung und sozialer Ungerechtigkeit geprägt sind. Wir wollen die Rolle verwurzelter Wissensformen beim Schutz des menschlichen Lebens und der Ökosysteme, bei der Förderung von Gerechtigkeit, der Herausforderung von Gewaltsystemen und der Förderung sinnvoller Solidarität und Maßnahmen untersuchen.
Wir begrüßen Beiträge zu Themen wie: verwurzelte und verkörperte Wissensformen; Emotionen und Positionalität in Forschung, Aktivismus und Kunst; Verletzlichkeit und Resilienz; Umweltgerechtigkeit und Ökozid; indigene Perspektiven; Genozidprävention und Übergangsjustiz; Antifaschismus; Migration und Grenzgewalt; Arbeits- und sozioökonomische Gerechtigkeit; Geschlechtergerechtigkeit; Dekolonialisierung und Queering von Wissen; Archive und Bibliotheken als Orte des Widerstands; Solidarität zwischen Regionen und Disziplinen; politisch engagierte Forschung; Bekämpfung von Desinformation; und reparative Wissensformen.
Die Konferenz findet im Juli 2026 in den ukrainischen Karpaten an einem Veranstaltungsort statt, der mit Luftschutzbunkern ausgestattet ist. Der genaue Ort wird den registrierten Teilnehmer:innen kurz vor der Veranstaltung mitgeteilt.
Einreichungsfrist: 15. November 2025. Benachrichtigungen über die Annahme werden bis Ende Januar 2026 verschickt.
Wir begrüßen individuelle Beiträge, Panels, Podiumsdiskussionen und künstlerische Beiträge, mit besonderer Ermutigung für transregionale und global vernetzte Perspektiven auf die RUTA-Region(en). Eine begrenzte Anzahl von Reisestipendien wird für Teilnehmer:innen ohne institutionelle Förderung zur Verfügung stehen.
Für Anfragen wenden Sie sich bitte an: conference@ruta-association.org