Reihe „Göpferts Gäste“
Der Sozialstaat steht unter Druck. Wirtschaftsverbände, konservativ-liberale Politiker und Marktradikale verunglimpfen ihn tagtäglich als Kostgänger der Wirtschaft. Sie fordern die Rente mit 70, ein niedrigeres Rentenniveau sowie Kürzungen bei Pflege und Gesundheit. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) behauptet, dass wir uns den heutigen Sozialstaat volkswirtschaftlich nicht mehr leisten könnten.
Dierk Hirschel, Chefökonom der Gewerkschaft ver.di, fragt nach: Was ist dran an dieser Erzählung? Sind die Kosten des Sozialstaates wirklich verantwortlich für die schwache Konjunktur? Bedroht er die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft? Und droht uns durch die Alterung der Gesellschaft eine Kostenexplosion?
Die Gegenerzählung von Gewerkschaften und Sozialverbänden ist eine andere. Der Sozialstaat ist Produktivkraft, ein Garant des sozialen Zusammenhalts und zentrale Stütze unserer Demokratie. Wie muss der Sozialstaat künftig ausgebaut werden, um die wachsenden Erfordernisse einer alternden und bunten Gesellschaft zu decken? Und wer soll das bezahlen? Über diese und andere Themen spricht Dierk Hirschel mit dem Autor Claus-Jürgen Göpfert. Anschließend besteht die Gelegenheit zur Diskussion.
Veranstalter: Club Voltaire und Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen