Zur Erinnerung an den Tag der Bücherverbrennung am 10.Mai 1933 startet die Jüdische Bibliothek Hannover die neue Veranstaltungsreihe: „Tage der Deutsch-Jüdischen Literatur“. Ziel ist es, in konzentrierter Form Begegnungen mit deutschsprachigen, jüdischen Autoren aus Vergangenheit und Gegenwart zu ermöglichen. Die Veranstaltungen sollen die kreative Partizipation von Juden und Jüdinnen in der deutschsprachigen Literatur vorstellen.
In diesem Jahr werden unter dem Motto ‚Exil‘ zwei Autoren und eine Autorin präsentiert, deren Leben und Schreiben von Emigration geprägt ist. Die Shoah wirkt bis heute und vermutlich noch lange Zeit in der Kultur der Juden nach, obgleich Wanderungen, Zerstreuung, Vertreibung und Heimatverlust seit hunderten von Jahren Grunderfahrungen jüdischen Lebens sind.
Am 10. Mai 2026 werden in Kooperation zwischen der Israel Jacobson Gesellschaft und der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. die Werke von Mascha Kaléko geehrt. 1907 in Galizien geboren, emigrierte sie im Alter von sieben Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Von 1918 bis 1938 lebte Mascha Kaléko in Berlin. Hier entstanden viele ihrer wunderbar heiter-melancholischen Gedichte. Die Auswanderung nach Amerika und die damit verbundenen Schwierigkeiten schwingen von nun an immer wieder zwischen und in ihren Zeilen. 1959 ging sie mit ihrem Mann nach Israel. Kalékos faszinierende Fähigkeit zu beobachten und einfache Worte für kompliziert erscheinende Zusammenhänge und Gefühlslagen zu finden, bleibt bis zu ihrem Tod 1975 ungebrochen.
Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Diseuse und Schauspielerin Alix Dudel und dem Musiker Sebastian Albert.