Anfang 2024 gingen in ganz Deutschland Hunderttausende Menschen auf die Straßen, um gegen den wachsenden Einfluss der extremen Rechten zu demonstrieren. Fast zwei Jahre später zeigen die Landtagswahlen 2024 und die vorgezogene Bundestagswahl 2025 jedoch: Die extrem rechte Alternative für Deutschland (AfD) ist die zweit- oder mancherorts stärkste Partei. Dies wirft die drängende Frage auf: Welche Strategien wirken gegen die Etablierung der extremen Rechten?
Zivilgesellschaftliche Organisationen spielen in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus eine zentrale Rolle. Sie setzen auf eine Vielzahl von Strategien, die von unterschiedlichsten Organisationen genutzt werden von Gewerkschaften über Sportvereine und Kultureinrichtungen bis zu Feuerwehren und Naturschutzverbänden.
Hans Jonas Gunzelmann stellt in seinem Vortrag Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Wirksam gegen Rechtsaußen“ zu zivilgesellschaftlichen Strategien gegen die extreme Rechte vor. Das Projekt hat fünf Typen von zivilgesellschaftlichen Strategien identifiziert. Doch während das Praxiswissen dazu umfangreich ist, bleibt die wissenschaftliche Evidenz zur Wirkung der Strategien begrenzt. Daher braucht es einen systematischen Wissenstransfer zwischen zivilgesellschaftlichen Handlungsfeldern, eine praxisnahe Forschung, Kooperationen zwischen Wissenschaft und Praxis sowie eine langfristige finanzielle und politische Unterstützung für zivilgesellschaftliche Akteur*innen.