Der Krieg im Sudan ist mehr als eine humanitäre Katastrophe: Er ist Ausdruck einer tiefen politischen Krise, geprägt von Militarisierung, autoritären Machtkämpfen und globalen Interessen. Internationale wie diasporische Debatten bleiben dabei oft verkürzt – zivile, demokratische und feministische Perspektiven werden marginalisiert oder überhört.
Sudan Narratives schafft einen Raum, in dem genau diese Stimmen sichtbar werden. Inmitten von Fragmentierung und Überforderung entstehen in der Diaspora neue Formen von Solidarität, Selbstorganisation und politischem Handeln – daran knüpft das Wochenende an.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Sudan Club bringen Akteur*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und sudanesischer Diaspora zusammen, um Perspektiven zu bündeln, Handlungsmöglichkeiten auszuloten und solidarische Praxis zu stärken.
Kulturelle Beiträge – Musik, Film und Kulinarik – eröffnen dabei zusätzliche Zugänge zu den vielfältigen Realitäten des Sudan. Das Wochenende versteht sich als Auftakt für eine längerfristige Zusammenarbeit und Vernetzung.
Programm:
Freitag, 8. Mai
17:30 – 22:00 (Einlass ab 16:30 Uhr)
Linke Perspektiven auf den Krieg im Sudan: Politische Ökonomie, internationale Akteure und Handlungsspielräume
Paneldiskussion, Konzert und sudanesisches Essen
Im Auftaktpanel geht es um die strukturellen Hintergründe des Krieges: Welche Rolle spielen Rohstoffausbeutung und globale Märkte – etwa bei Gold, Agrarrohstoffen wie Gummi arabicum oder anderen strategischen Ressourcen? Wie greifen regionale und internationale Interessen in den Konflikt ein? Und wo liegen konkrete politische Handlungsspielräume für Deeskalation und Unterstützung ziviler Kräfte?
Zugleich wird diskutiert, wie mediale Bilder und dominante Narrative den Blick auf den Sudan prägen – und wie ihnen differenzierte, sudanesische Perspektiven entgegengesetzt werden können.
Im Anschluss laden wir zu Austausch bei sudanesischem Essen und Live-Musik (Hassan elMalik und Sun Blues) ein.
Panel:
- Maren Kaminiski
- Vinzenz Glaser
- Roman Deckert
- Sidgi Kaballo
- Lina Adil
- Ibrahim Khattab
Moderation: Tanja Tabbara (RLS)
Samstag, 9. Mai
Geschlossene Veranstaltung – Workshops
Sonntag, 10. Mai
09:30 – 14:00 Uhr
Internationale Solidarität und politische Verantwortung: Was braucht der Sudan?
Austausch, Paneldiskussion und sudanesisches Essen
Das Abschlusspanel knüpft an die Workshops an und richtet den Blick nach vorn: Welche Formen internationaler Solidarität sind derzeit sinnvoll und wirksam? Welche politischen Verantwortungen ergeben sich für Deutschland und Europa? Und wie können diasporische Initiativen, zivilgesellschaftliche Akteur*innen und politische Entscheidungsträge*:innen gemeinsam konkrete Unterstützung leisten?
Im Zentrum stehen die aktuellen Bedarfe der Menschen im Sudan – von humanitärer Hilfe bis zur Stärkung demokratischer und ziviler Strukturen.
Im Anschluss laden wir zu einem gemeinsamen Mittagessen ein. Ende der Veranstaltung gegen 14:00 Uhr.
Panel:
- Charlotte Neuhäuser
- Saskia Jascheck
- Mahasin Abdelgalil
- Khalid Sirajaldeen
Moderation: Adam Baher (Sudan Club)
Simultanübersetzung Deutsch/Arabisch/Englisch, Eintritt frei
Anmeldung erforderlich, s.o.