Systemischer Umgang mit Desinformation zum Thema Klimaschutz

The event is in time

Desinformation ist in aller Munde. Zwar handelt es sich dabei nicht um ein neues Phänomen. Allerdings verstärken neue Technologien seine Wirkung immens. Im Zuge der Aufmerksamkeitsökonomie und durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz wird uns Desinformation auch künftig stark beschäftigen. Wird aus dem Informationszeitalter also das Desinformationszeitalter?

Wir glauben, dass es für die Beschäftigung mit Desinformation einen umfassenden Ansatz braucht, der eine systemische Einbettung des Phänomens vornimmt. Einerseits gelingt dies durch die Betrachtung von Desinformation anhand einer Wertschöpfungskette, die die Entstehungs- und Verbreitungsweise von Desinformation analysiert. Eine solche Betrachtung zeigt auf, dass die Ansätze “gegen” Desinformation – oftmals aus der Zivilgesellschaft kommend – in der Regel nur auf einzelne Bereiche der Wertschöpfungskette abzielen. Wie aber schaffen wir es, der Komplexität des Phänomens gerecht zu werden und diese durch mehr Kollaboration zu beantworten?

Andererseits wollen wir auf Dynamiken um Desinformation herum blicken. Wie etwa verhalte ich mich als zivilgesellschaftliche Akteur*in in einer gesellschaftlich aufgeheizten Debatte? Versuche ich Emotionen mit Fakten zu beantworten, oder kann ich einen Raum aufmachen, der eine echte Begegnung zulässt?

Der Workshop “Systemischer Umgang mit Desinformation” bietet zivilgesellschaftlichen Akteur*innen einen Raum an, in dem wir Fachkompetenzen vermitteln und zugleich explorieren, wie wir selbst in Desinformations-Dynamiken verstrickt sind – und wie wir mit diesen Verstrickungen produktiv umgehen können.

In zwei aufeinanderfolgenden Tagen behandeln wir folgende Inhalte:

  • Strategien von Desinformations-Akteur*innen
  • Desinformation als Wertschöpfungskette sowie Ansätze, die gegen Desinformation vorgehen
  • Desinformation als Symptom und tieferliegende Ursachen und entsprechende Ansätze
  • Herausforderungen aktivistischer/zivilgesellschaftlicher Ansätze
  • Systemischer Wandel als ganzheitlichen Prozess, der vor allem in uns beginnt
  • Innere Kompetenzen sowie Kollaborations-Kompetenzen
  • gemeinsame Lösungsstrategien, um ganzheitlich und wirkungsvoll gegen Desinformation vorzugehen

Desinformation & Klimaschutz

Besonders im Klimabereich hat Desinformation eine lange Historie. Bereits der Carbon Footprint, also die Betrachtung, wie einzelne Menschen zum Klimawandel beitragen, war eine Erfindung der Industrielobby. Weitere (Desinformations-)Kampagnen, die von den Schäden der fossilen Industrie ablenken sollen, folgten seitdem. Einige Akteur*innen verbreiten gar, dass der Klimawandel nicht menschengemacht sei und erschweren so die Arbeit von lang bestehenden Klimaschutz-Organisationen und aktivistischen Bewegungen.

Studien belegen den menschengemachten Klimawandel, Expert*innen warnen und Klima-Aktivist*innen machen mit Aktionen auf das Thema aufmerksam. Die Situation zwingt zum Handeln. Doch statt es gemeinsam anzupacken, wird die Klimadebatte als spaltend erlebt. Wie also gelingt es Klimaschutz-Akteur*innen, eine wirksame Strategie im Umgang mit Desinformation (sowie Information) zu entwickeln?

Im Workshop bringen wir Akteur*innen aus dem Themenfeld Klimaschutz zusammen, vermitteln Wissen und loten gemeinsam Lösungsstrategien aus.

Anders als Kommunikationsworkshops, in denen es darum geht, auf falsche Aussagen zu reagieren, bieten wir einen Erfahrungsraum an. Wir hinterfragen die eigene Einbettung ins System Desinformation und loten im gemeinsamen Tun neue Wege aus, die wirksamer sein sollen, als ein Kampf gegen Windmühlen.

Teilnehmen können sowohl Menschen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen als auch Personen, die sich in einer aktivistischen Form oder in einem losen Verbund mit Desinformation bzw. dem Thema Klimaschutz auseinandersetzen. Tiefergehendes Vorwissen zu Desinformation ist keine Voraussetzung für die Teilnahme. Gerne können auch mehrere Menschen aus einem Team bzw. einer Gruppe an dem Workshop teilnehmen. Wichtiger ist, dass ihr…

  • …mehr über Desinformation lernen wollt. Desinformation ist ein kompliziertes Phänomen, welches wir anhand einer Wertschöpfungskette betrachten werden. Und es ist darüber hinaus komplex, weshalb wir uns den größeren Kontext gesellschaftlicher Entwicklungslinien vergegenwärtigen wollen. Durch dieses Zooming-In und Zooming-Out lernt ihr, aus unterschiedlichen Perspektiven auf Desinformation zu schauen. Wir wollen eure Multiperspektivität stärken!
  • … Lust habt, den eigenen Platz im “System Desinformation” zu reflektieren. Ob ihr in eurer Arbeit bereits explizit gegen Desinformation vorgeht, oder (in-)direkt davon betroffen seid: Die Auseinandersetzung damit, wo im System eure Arbeit andockt und wo ihr unweigerlich mit dem System verstrickt seid, welches ihr zu verändern versucht, ist eine gewinnbringende Übung. Dabei schauen wir uns auch an, welche Muster unser eigenes Denken prägen. Wir wollen mit euch entdecken, wo wir selbst Teil des Problems sind, um dann besser Teil der Lösung zu werden. Wir wollen kritische Selbstreflexion stärken!
  • …euren Spielraum erkennen und achtsam(er) damit umgehen wollt. Die Arbeit gegen Desinformation bzw. im Themenfeld kostet Energie. Wir wollen gemeinsam kritisch betrachten, inwieweit diese Energie wirksam eingesetzt ist und auch, wie ihr bei eurer Arbeit (besser) auf euer Wohlbefinden achten könnt. Und auch hier schauen wir, wie wir ungesunde gesellschaftliche Muster unbewusst übernommen haben, mit denen wir unser Wohlbefinden individuell wie kollektiv untergraben. Wir wollen euer Wohlbefinden stärken!
  • …ihr Zeit und Commitment für den Workshop mitbringt. Jeder Workshop benötigt den Einsatz von 12 Zeitstunden (inkl. Pausen, exkl. Anfahrt). Wenn ihr euch für einen Termin anmeldet, wünschen wir uns, dass ihr beide aufeinanderfolgenden Termine wahrnehmt.

Die Workshops werden durch eine Förderung durch das Programm “Demokratie leben!” ermöglicht und sind für die Teilnehmenden kostenlos (etwaig anfallende Reisekosten können leider nicht erstattet werden). Sollte dieser Termin nicht für dich passen, schau gerne hier nach einem anderen Termin – wir werden im Laufe des Jahres noch weitere Workshop-Termine anbieten.

Wenn du Fragen hast, kannst du dich an Katja wenden: katja.jaeger@betterplace-lab.org

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Event-Infos

16. April 2024 12:00
17. April 2024 16:00
Schlesische Straße 26, 10997 Berlin

Veranstalter

betterplace lab
lab@betterplace-lab.org
Das betterplace lab ist ein digital-sozialer Think-und-Do-Tank. Wir sind die Schwester von betterplace.org, Deutschlands größter Online-Spendenplattform.