Rainer Land wird ein über 1000 Seiten starkes Buch vorstellen, das zurzeit in der Diskussion ist: Sven Beckerts Kapitalismus. Geschichte einer Weltrevolution. Beckert legt darin einen neuen, weitreichenden Ansatz zum Verständnis des Kapitalismus vor. Kennzeichnend ist sein konsequent evolutionstheoretischer Blick auf die Entwicklung des Systems. Von den ersten Ansätzen im 15. Jahrhundert bis zu heutigen Technologien wie KI, Robotik und Digitalisierung verfolgt er die Dynamik kapitalistischer Entwicklung. Dabei zeigt er, wie eng Kapitalismus stets mit Staat und Politik, aber auch Gewalt verbunden ist. Immer wieder kommt es zu technologischen Revolutionen, Aufschwüngen und Krisen mit tiefgreifenden sozialen Folgen. Phasen sozialer Fortschritte etwa die „goldenen Jahre“ von 1948 bis 1973 wechselten sich mit neuen Ungleichheiten seit dem Aufstieg des Neoliberalismus ab.
Trotz vieler Prognosen eines baldigen Endes hat sich der Kapitalismus bislang immer wieder gewandelt und erneuert. Die Frage wird daher sein, welche neue Variante künftig entstehen wird und welche Spielräume für soziale und demokratische Entwicklungen bestehen.