Gamze war zwanzig Jahre alt, als ihr Vater von der rechtsextremen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ermordet wurde. Gemeinsam mit Semiya Şimşek hat sie ein Jugendsachbuch geschrieben, das erzählt, wie dieser Mord ihr bisheriges Leben zerstört hat – begleitet von der Vorverurteilung der Polizei und dem Desinteresse der Öffentlichkeit. Doch das Buch erzählt auch, wie aus diesem Schmerz eine Kraft erwachsen ist, die Gamze bis heute weiterkämpfen lässt: gegen das Vergessen und für eine Zukunft ohne Ausgrenzung.
Am 13. November ist Gamze Kubaşık live in Halle zu Gast. Sie liest aus dem Buch und kommt im Anschluss mit dem Überlebenden des Anschlags von Halle und Wiedersdorf İsmet Tekin, dem Sozialwissenschaftler und Antirassismustrainer Ali Şirin sowie dem Publikum ins Gespräch.
Die Veranstaltung findet in einer Zeit statt, in der rechtsextreme Parteien in Sachsen-Anhalt und bundesweit erstarken und menschenfeindliche Positionen wieder salonfähig werden. Umso wichtiger ist es, Geschichten wie die von Gamze und ihrem Vater laut zu erzählen, Haltung zu zeigen und gemeinsam Widerstand gegen das Vergessen zu leisten.
Ein Abend über Erinnerung, Verlust und die Kraft, weiterzukämpfen – persönlich und politisch zugleich. Ein Plädoyer, wach zu bleiben, in diesem Land, in diesen Zeiten.
Anmeldung unter anmeldung@boell-sachsen-anhalt.de oder per Telefon unter 0345 2023927
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist notwendig.
Ort: TEKIEZ, Ludwig-Wucherer-Straße 12, 06108 Halle (Saale)
Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem TEKİEZ – Raum des Erinnerns und der Solidarität und der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt.
Ausschlussklausel: Den Veranstaltenden ist ein respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander sehr wichtig. Störungen oder Beleidigungen führen zum Ausschluss aus der Veranstaltung. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antimuslimische, antisemitische, queer feindliche, ableistische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.