Die soziale Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen steht aktuell unter massivem Druck. Einrichtungen der Behindertenhilfe und Eingliederungshilfe berichten von dramatischen Finanzierungslücken, weil tariflich vereinbarte Personalkosten durch öffentliche Leistungsträger nicht vollständig refinanziert werden.
In einem offenen Brief warnen der Paritätische NRW und die Paritätische Tarifgemeinschaft, dass der Landschaftsverband Rheinland (LVR) Tarifverträge zwar formal anerkennt, jedoch durch Einstufungen und Verzögerungen faktisch eine Unterfinanzierung erzeugt. Viele Träger befinden sich dadurch in existenzieller Not.
Auch der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit spricht von einer existenziellen Krise: Rund 30 Einrichtungen drohen insolvent zu werden – mit gravierenden Folgen für Beschäftigte und insbesondere für Menschen mit Behinderung, deren Teilhabe und Unterstützung akut gefährdet ist.
Vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden politischen Klimas, sozialer Kürzungen und zunehmender Unsicherheit wollen wir informieren und uns dazu austauschen:
- Welche Auswirkungen erleben wir in unseren Organisationen?
- Wie können wir uns solidarisch vernetzen?
- Was können wir tun, um Teilhabe und gute Arbeitsbedingungen zu sichern?
Es sprechen Wolfgang Thiems (Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben NRW, Projektleiter), Dr. Michael Spörke (Sozialverband Deutschland NRW, Leiter Sozialpolitik und Kommunales), Bärbel Brüning (Lebenshilfe NRW, Landesgeschäftsführerin) sowie Uwe Stegemann (Sozialhummel gGmbH, Gründer und ehem. Vorstand).
Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Menschen mit Behinderungen, die Persönliche Assistenz im Arbeitgeber:innenmodell organisieren, Beschäftigte im Assistenzbereich, Organisationen der Behindertenhilfe sowie interessierte Bürger:innen.
Teilnahme-Hinweise:
- mit einer Pause von 15 Minuten
- mit Übersetzung in Gebärdensprache (DGS)
- Räume und Toiletten sind barrierefrei
- Online-Teilnahme per Zoom möglich: zoom.assistenz-kollektiv.de
Eine Veranstaltung des Assistenz Kollektiv Köln e.V. in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW