Vortrag und Diskussion mit Prof. Stefan Peters
Der Referent Stefan Peters ist Professor für Internationale Beziehungen und Friedensforschung an der Justus-Liebig-Universität mit Fokus auf den Globalen Süden und insbesondere Lateinamerika. Er war Gastprofessor bzw. Gastwissenschaftler an verschiedenen Universitäten in Argentinien, Ecuador, Kolumbien, Kuba, Puerto Rico und Südafrika.
Das Jahr 2026 begann turbulent und katapultierte Venezuela durch die völkerrechtswidrige US-Militärintervention vom 3. Januar auf die Titelseiten der Weltpolitik. Die Entführung von Präsident Maduro und seiner Ehefrau Cilia Flores transformierte das krisengeschüttelte Land über Nacht vom antiimperialistischen Lautsprecher zum Juniorpartner der USA. Dabei kam es nicht zu einem klassischen Regime Change. Die Strukturen des Machtapparates blieben weitgehend intakt. Seither wurde wenig über eben diese Binnenstrukturen der Bolivarischen Revolution diskutiert. Der Vortrag analysiert zunächst den Aufstieg des Chavismus und den Aufbau des sogenannten ‚Sozialismus des 21. Jahrhunderts‘ sowie die Gründe für die tiefe sozio-ökonomische Krise und den Autoritarismus in Venezuela. Anschließend werden die Auswirkungen der Militärintervention für das Land und die Region diskutiert sowie mögliche Perspektiven für progressive Politik diskutiert.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Roter Mittwoch“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg statt.