Frauen haben heute angeblich so viele Möglichkeiten wie nie zuvor. Gleichzeitig sind sie so erschöpft wie nie zuvor. Warum ist das so?
Weiblichkeit wird nach wie vor gleichgesetzt mit Fürsorglichkeit. Von Frauen wird verlangt, permanent verfügbar zu sein – familiär, beruflich, sexuell, gesellschaftlich. Frauen sind zuständig für emotionale Zuwendung, für Harmonie, Trost und Beziehungsarbeit – für Tätigkeiten also, die unsichtbar sind und kaum Anerkennung oder Bezahlung finden. Sie „schulden“ anderen – der Familie, Männern, der Öffentlichkeit, dem Arbeitsplatz – ihre Aufmerksamkeit, ihre Liebe, ihre Zuwendung, ihre Attraktivität, ihre Zeit. Es sind diese allgegenwärtigen Ansprüche, die Frauen in die Erschöpfung treiben.
Was ist zu tun?
In diesem Abend-Workshop werden wir untersuchen, wie ein System funktioniert, das von Frauen alles erwartet und nichts zurückgibt. Wir ergründen die unsichtbare Basis unserer kapitalistischen Gesellschaft – nämlich die gewissenlose Ausbeutung weiblicher Ressourcen.
Dabei stützen wir uns auf die Forschung der Schweizer Soziologin Franziska Schutzbach und ihre beiden Bücher „Die Erschöpfung der Frauen – Wider die weibliche Verfügbarkeit“ (2021) und „Revolution der Verbundenheit“ (2024).
Mit dem Wissen, dass schon kleine Frauenkreise eine revolutionäre Kraft entfalten können, wollen wir uns an diesem Abend inspirieren und gegenseitig empowern. Wir entwickeln Strategien, wie wir der Dauer-Müdigkeit entkommen und die machtvollen Strukturen, die sie auslösen, aufbrechen können. Auf persönlicher, wie auf gesellschaftlicher Ebene – kreativ, klangvoll, unerwartet und femtastisch!
* alle weiblichen Identitäten willkommen
Die Räumlichkeiten des Bildungswerks sind leider nur bedingt für Rollstuhlfahrer*innen nutzbar: Es gibt einen Aufzug (mit den Maßen 125 cm x 70 cm). Allerdings besteht eine Kante von knapp 5 cm, um in die Räumlichkeiten zu gelangen. Es gibt leider keine barrierefreien Toiletten. Wir entschuldigen uns für diese Umstände.