Ernst Thälmann jenseits von Verklärung und Verdammung
Von August 1925 bis zu seiner Verhaftung im März 1933 stand Ernst Thälmann (1886 – 1944) an der Spitze der KPD, der größten Kommunistischen Partei außerhalb der Sowjetunion, einer Partei, die in diesen Jahren zeitweise bis zu 360.000 Mitglieder hatte und die bei reichsweiten Wahlen bis zu sechs Millionen Wähler mobilisieren konnte. Es gehört zur Tragik seines Lebens und der Geschichte seiner Partei, dass Thälmann dieser Aufgabe weder intellektuell noch charakterlich gewachsen war.
Auch und gerade in Kenntnis der Persönlichkeit Thälmanns – seiner Fähigkeiten und vor allem seiner Unzulänglichkeiten – bleibt sein kometenhafter politischer Aufstieg innerhalb der kommunistischen Bewegung ein erstaunliches Phänomen.
Den Historiker Dr. Ronald Friedmann hat rund 50 Jahren nach den letzten Forschungen über diesen bedeutenden Arbeiterführer der deutschen Geschichte dessen Lebensweg akribisch erforscht und darüber eine 500 Seiten starke Biografie herauszugeben.
Dr. Ronald Friedmann studierte Lateinamerikawissenschaften und Geschichte. Nach Jahren im diplomatischen Dienst für die DDR in Süd- und Mittelamerika absolvierte er ein Studium an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft in Potsdam-Babelsberg. 2015 erfolgte seine Promotion an der Universität Potsdam. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit ist die historische Kommunismusforschung. 2020 gab er gemeinsam mit Jürgen Hofmann den Sammelband „Den Sozialismus am humanistischen Ansatz messen“ mit Erklärungen der Historischen Kommission der Partei Die Linke heraus. Friedmann lebt und arbeitet in Berlin.
Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.