Demokratien geraten in Bedrängnis, universelle Werte wie Menschenrechte werden infrage gestellt, Partikularismus und das Recht des Stärkeren erleben eine Renaissance in der internationalen Ordnung. Auch geschichtspolitische Konzepte und Selbstverständnisse stehen unter Druck und werden stets aufs Neue infrage gestellt. Demokratie, Menschenrechte und Frieden wurden immer (auch) bezogen auf kollektive historische Erfahrung begründet und vermittelt.
Gedenkstätten verfolgen demnach keinen Selbstzweck, sondern sind sowohl Orte der Mahnung und des Gedenkens als auch der Vermittlung und Bildung, in der Hoffnung, dem ‚Nie wieder!‘ gerecht zu werden. Sie sind dabei auch Lernorte für und mit Schulen. Welche aktuellen Herausforderungen in der Kooperation beider bestehen, skizzieren die Empfehlungen der Bildungsministerkonferenz zur Erinnerungskultur als Gegenstand historisch-politischer Bildung in der Schule.
Die Tagung dient dazu, die Lernorte Schule und Gedenkstätte in einen produktiven Dialog und Austausch zu bringen. Gemeinsam soll geklärt werden, welche konkrete Bedeutung veränderte Rahmenbedingungen und geschichtspolitische Imperative für das Gelingen der Kooperation beider Lernorte haben – und welche praktischen Schritte daraus erwachsen sollen.