Das Projekt »Mein Berlin – Ein Ort mit Gedächtnis?« setzt sich damit auseinander, wie sechs Jüdinnen und Juden die Hauptstadt im Jahr 2025 erlebten. Welche persönlichen Erfahrungen mit Gemeinschaftsgefühl, Unsicherheit und gesellschaftlichen Spannungen machen sie? Der Dokumentarfilm von Julia Csabai bildet den Kern des Projekts und begleitet die sechs Personen in ihrem Alltag.
Die gleichnamige Fotoausstellung von Krisztián Bócsi ist im Besuchszentrum Ostkreuz der Berliner Landeszentrale für politische Bildung vom 16. April bis zum 30. Mai 2026 zu sehen. Die Ausstellung reagiert über das Medium Fotografie auf die Erzählungen der im Film porträtierten Personen und lässt großzügig Raum für Assoziationen und Selbstreflexion.
Der begleitende Workshop richtet sich an Multiplikator:innen, insbesondere pädagogische Fachkräfte, sowie Interessierte ab 18 Jahren, die sich kritisch mit aktuellem Antisemitismus auseinandersetzen und ihre Handlungskompetenzen in der Praxis stärken wollen. Der Workshop verbindet emotionale, visuell-assoziative und kognitive Zugänge, um eine Auseinandersetzung mit den individuellen Erfahrungen und Perspektiven jüdischer Berliner:innen zu ermöglichen – insbesondere mit der Frage, wie sich ihr Blick auf die Stadt seit dem 7. Oktober 2023 verändert hat. Durch die Arbeit mit Bildern, Zitaten und filmischen Erzählungen werden individuelle Wahrnehmungen analysiert und gesellschaftliche Deutungsmuster sichtbar gemacht. Die Teilnehmenden werden dazu eingeladen, eigene Assoziationen, Gefühle und »Bilder im Kopf« zu reflektieren und diese zu den geschilderten Erfahrungen der Protagonist:innen von in Beziehung zu setzen. Ziel ist es, ein erweitertes Verständnis von Antisemitismus als historisch gewachsenes sowie gesellschaftlich tief verankertes Gewalt- und Ungleichheitsverhältnis zu entwickeln und sich mit antisemitischen Kontinuitäten sowie deren Funktionen im gesellschaftlichen Diskurs zu befassen. Nicht zuletzt werden auf dieser Grundlage Handlungsoptionen für einen Umgang mit aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus eröffnet.
Leitung: Judith Steinkühler, Dipl.Pol., freiberufliche Bildungsreferentin in der diversitätssensiblen und diskriminierungskritischen Bildungsarbeit mit pädagogischen Fachkräften