„Die kleine Faschistin“

Identitäre Schlägertrupps, ein Staatsstreich von unerwarteter Seite und eine junge Frau, die mit ihrem bisherigen Leben brechen wird – Jérôme Leroys neuer Kriminalroman wirft einen scharfen Blick auf Frankreich, den Aufstieg des neuen Faschismus und beschreibt mit beißender Ironie die Krise der Republik.

Eine Kleinstadt am Atlantik, an der Grenze zu Belgien. Hier wächst die „kleine Faschistin“, wie Francesca zu Hause liebevoll genannt wird, zwischen Schießstand und rechtsintellektuellen Klassikern auf. Das hält sie jedoch nicht davon ab, ihrer Kindheitsliebe Jugurtha die Treue zu halten, dem Sohn eines kabylischen Kommunisten – bis dieser mit vierzehn ermordet am Strand gefunden wird. Von nun an gibt es für Francesca nur noch ihren großen Bruder Nils, ihr Idol, dem sie begeistert in den identitären Schlägertrupp der „Löwen von Flandern“ folgt. Doch auch Nils wird bald nicht mehr am Leben sein.

Als Francesca zwanzig ist, steht Frankreich vor dem Zerfall: „Der Verrückte“ im Élysée löst immer wieder die Nationalversammlung auf, der Patriotische Block rückt der Regierungsübernahme näher, die Technokraten an der Macht werden der Gewalt im Land nicht Herr.

In seinen Kriminalromanen reflektiert Jérôme Leroy die Krise der Republik, die Segregation der Städte und den Verlust von Hoffnung in der Gesellschaft. Er zeichnet den Aufstieg der extremen Rechten, rassistische Polizeigewalt und die schleichende Übernahme der Macht der neuen Rechten nach. Ein Roman-Noir, über den es sich zu sprechen lohnt.

Jérôme Leroy (*1964) ist Autor, Literaturkritiker und Herausgeber. Sein Kriminalroman »Der Block« wurde mit dem Deutschen Krimipreis 2018 ausgezeichnet Jérôme Leroy lebt in Lille.

Lesung: Eva Maria Sommersberg, Moderation: Lea Fauth, Journalistin

Eröffnung: Johanna Bussemer, Stellvertretende Bereichsleiterin Zentrum für internationalen Dialog und Referatsleiterin Europa der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Aus dem Französischen von Cornelia Wend

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Edition Nautilus und dem Institut français de Berlin

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Französisch mit Simultanverdolmetschung statt.

Die Veranstaltung wird auch als Livestream übertragen. Für die Teilnahme vor Ort ist eine Anmeldung erwünscht, s.o.

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Event Detail

14. April 2026 19:00
14. April 2026 21:00
Digitalevent

Organizers

Rosa-Luxemburg-Stiftung
info@rosalux.org
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. Sie versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus.