Mehr als fünfzig Hausbesetzungen gab es seit den späten 1960er-Jahren in Tübingen. Mit seinen zahlreichen Geschichten schließt dieses Buch eine Lücke der lokalen Geschichtsschreibung und trägt zur linksalternativen Erinnerungskultur bei. Es macht sichtbar, wie Hausbesetzungen seit fast sechs Jahrzehnten dazu beitragen, das Recht auf Wohnen gegen Leerstand, Spekulation und Verdrängung zu verteidigen – und wie sie eine kleine Universitätsstadt zu einer großen Stadt der Hausbesetzungen machten.
Dieses Sachbuch erzählt erstmals die Chronologie aller Tübinger Hausbesetzungen: von den studentischen Protesten 1968 über die großen Besetzungswellen der 1970er- und 1980er-Jahre bis zu aktuellen Projekten im 21. Jahrhundert. Die einzelnen Geschichten zeigen, wie aus illegalen Aneignungen dauerhafte Institutionen entstehen konnten – und wie Hausbesetzungen die Stadtentwicklung, die Wohnprojekteszene und die politische Kultur Tübingens nachhaltig prägten.
Statt schneller Räumungen setzte die sogenannte „Tübinger Linie“ bei Hausbesetzungen häufig auf Verhandlungen, Legalisierungen und neue Modelle gemeinschaftlichen Eigentums. So wurden aus einigen besetzten Häusern Keimzellen für solidarische Wohnprojekte, deren Historie in diesem Buch detailliert behandelt wird, u.a. von Münze 13, Lu15, Schelling, Wagenburgen und 4-Häuser-Projekt sowie mit Exkursen zum Epplehaus, der Villa Metz, dem Javadi-Haus und vieles mehr.
Das Buch „Kein Gott, kein Staat, kein Mietvertrag? Chronologie Tübinger Hausbesetzungen 1968-2026“ ist ab dem 1.7.2026 überall im Buchhandel zu finden und kann auf der Seite www.analyse-subkultur.de vorbestellt werden.