Ab September 2026 finden im Rahmen des Projekts al-Rased vier Online-Workshops zu Antisemitismus, Desinformation und Islamismusbezügen in arabischsprachigen und deutschsprachigen Onlineräumen statt. Sie geben Lehrkräften und Schulsozialarbeiterinnen Einblicke in aktuelle digitale Narrative und unterstützen dabei, deren Relevanz für Jugendliche einzuordnen und pädagogische Handlungsmöglichkeiten für den Schulalltag zu entwickeln.
Arabischsprachige Inhalte auf Social-Media-Plattformen prägen die Informations- und Lebenswelten vieler Jugendlicher. Dabei zirkulieren auch antisemitische, antidemokratische und verschwörungsideologische Narrative: Bilder werden aus dem Kontext gerissen, reale Konflikte ideologisch aufgeladen, staatliche Institutionen dämonisiert und antisemitische Feindbilder in neue digitale Formen übersetzt. Teilweise überschneiden sich diese Dynamiken mit islamistischen Deutungsangeboten. Viele relevante Accounts treten dabei zunächst als religiöse Orientierungsangebote auf: Sie beantworten Alltagsfragen muslimischer Jugendlicher und vermitteln scheinbar niedrigschwellig Glaubensinhalte. Bei genauerem Hinsehen verbreiten einige dieser Accounts aber auch Inhalte, die islamistische Narrative reproduzieren oder für diese anschlussfähig sind.
Der zweistündige Online-Workshop gibt Lehrkräften und Schulsozialarbeiterinnen einen Einblick in aktuelle Beobachtungen aus dem Online-Monitoring des Projekts al-Rased von democ e.V. Anhand konkreter Beispiele aus arabischsprachigen und deutschsprachigen Onlineräumen werden typische Erzählmuster, Bildstrategien und ideologische Anschlussstellen eingeordnet. Es wird aufgezeigt, welche Inhalte für Jugendliche aktuell besonders anschlussfähig sind. Ergänzend bietet der Workshop den Teilnehmenden einen moderierten Austauschraum zu pädagogischen Handlungsmöglichkeiten. Der Workshop verbindet fachlichen Input, interaktive Gruppenarbeit und Austausch zu pädagogischen Handlungsoptionen für Schule und pädagogischen Alltag.
Der Workshop ist Teil des democ-Projekts al-Rased, das antisemitische, islamistische und demokratiefeindliche Narrative in arabischsprachigen Onlineräumen beobachtet und analysiert. Gefördert wird das Projekt von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (Land Berlin) im Rahmen des Landesprogramms „Demokratie. Vielfalt. Respekt. Gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“.