Interview zu den Potenzialen nachhaltiger Verwertung belasteter und stigmatisierter Symbole.
Erfahrungsräume in einem digitalisierten Umfeld, wie Social Media (digitale Kommunikationskanäle) verändern die Handlungsspielräume, aber auch die Wahrnehmung tradierter kultureller Praktiken. Dadurch werden die betroffenen Identitäten, Potenziale und Gemeinschaften transparenter, reflektierter und bekannter, aber auch anfälliger für externe Manipulationen durch Falschmeldungen („fake news“) oder Verschwörungstheorien.
Die Juden werden immer häufiger mit Gefahren, wie Hass, Stigmatisierung, Ausgrenzung und „alternativer Wahrheiten“, konfrontiert. Die erweiterte Komplexität erfüllt tradierte Ritualität mit zusätzlichen inhaltlichen Facetten. In diesem Interview mit dem Medienphilosophen Dr. Leon Tsvasman sollen Hintergründe und Zusammenhänge zwischen symbolischer Medialität tradierter antisemitischer Narrative und der Widerstandsfähigkeit traditioneller Gemeinschaften deutlich werden. Mit wissenschaftlicher Akribie werden spannende Perspektiven angesprochen und nachhaltig konstruktive Handlungschancen, resiliente Verhaltenspotenziale und Wege aufgezeigt, im Besonderen stigmatisierte Symbole mit Hermann Hesse zugewiesener Konnotation des Scheiterns – wieder – zu den Symbolen jüdischer Würde und Widerstandsfähigkeit zu machen.
Der interdisziplinär forschende Medienwissenschaftler und Ideengeber für eine humanistische also menschen-zentrierte Gesellschaft Dr. Leon Tsvasman lehrt an mehreren staatlichen und privaten Universitäten in Deutschland und den USA.
Seine kybernetisch inspirierte und fundierte Forschung bezieht sich u.a. auf Innovation, Digitale Transformation, Medienethik und Informationspsychologie.
Auch wenn Tsvasman gerne differenziert, bleibt seine methodische Haltung weniger analytisch und mehr holistisch, also „komplexitätsgerecht“ geprägt. Er ist Autor von mehreren philosophischen, populären und fachwissenschaftlichen Arbeiten.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus