Hegel und die Revolution

Emanuel Kapfinger, Philosoph, Publizist und Dozent, der an der FU Berlin über Hegels Phänomenologie des Geistes promoviert, präsentiert diesen Vortrag.

1789 feierte der Student Hegel mit seinen Tübinger Kommilitonen enthusiastisch die Französische Revolution und plante den Umsturz in Deutschland. Zehn Jahre später waren die revolutionären Kreise in Württemberg gut organisiert. Hegel, damals in Frankfurt, sollte ein geheimes Schreiben an die französische Regierung weiterleiten, um Militär nach Württemberg zu rufen. Doch mit dem Scheitern der Revolution in Frankreich und Napoleons Machtübernahme änderte sich Hegels Haltung. Er wandte sich Napoleon und später Preußen zu und entwickelte eine Systemphilosophie, die die moderne Herrschaftsordnung als Vernunft und Freiheit glorifizierte. So wurde er zum preußischen Staatsphilosophen in Berlin.

Der Vortrag beleuchtet ausgewählte Stationen von Hegels Leben und Werk und arbeitet den Widerspruch zwischen seinem Projekt radikaler Befreiung, das in eine kommende Zukunft weist, und seiner Legitimation der modernen Herrschaftsordnung heraus. Hegel ist nur mit beiden dieser Extreme radikal zeitgemäß, da seine schonungslos realistische Darstellung der Gewaltzusammenhänge von Karl Marx, Rosa Luxemburg und der Kritischen Theorie aufgegriffen wurde und bis heute ihre kritische revolutionäre Energie bewahrt hat.

Die Veranstaltung findet im Rahmen von „philosüd – Das Festival für urbane Philosophie“ in Kooperation mit dem Hegel-Haus Stuttgart statt.

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Event Detail

18. September 2026 18:00
18. September 2026 21:00
Eberhardstraße 53, 70173 Stuttgart

Organizers

Rosa-Luxemburg-Stiftung
info@rosalux.org
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. Sie versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus.