feminist futures II: Feministisch vergesellschaften

Her mit dem ganzen Leben!

Egal, ob wir als Alleinerziehende den Alltag jonglieren oder mit Bürgergeld Angehörige pflegen, ob wir im Krankenhaus über der Belastungsgrenze arbeiten, oder in unseren Communities die Wunden heilen, die alltäglicher Rassismus genauso schlägt, wie die Gewalt, die unseren Körpern und Beziehungen angetan wird – wir alle wissen: Das Leben trägt sich nicht von selbst. Wir tragen es. Und gerade dafür werden wir abgewertet. Wir werden vereinzelt und oft auch gegeneinander ausgespielt.

So unterschiedlich unsere Kämpfe sind, so stellen sich doch gemeinsame Fragen: Wer hält das Leben am Laufen – und unter welchen Bedingungen? Wer bekommt Unterstützung, wer nicht? Wer verfügt über wessen Arbeit, Körper und Zeit?

Die hierarchische Trennung von produktiver und reproduktiver Arbeit ist zentral für die Abwertung sorgender Tätigkeiten und sie ist eine tragende Säule des Kapitalismus: Indem Sorgearbeit als „weiblich“ markiert und ins Private verschoben wird, werden Arbeitskosten gesenkt und Profite gesichert. Unsere Arbeit wird mehrfach ausgebeutet und gleichzeitig werden lebenswichtige Gemeingüter privatisiert. Es geht aber nicht nur um Ökonomie. Die zweigeschlechtliche Arbeitsteilung zementiert außerdem gewaltvolle patriarchale, cis- und heteronormative Geschlechterverhältnisse. All das trifft FLINTA* besonders hart.

Wir wissen, dass Befreiung für alle nur möglich ist, wenn wir den „Herrschaftsknoten“ unterschiedlicher Unterdrückungsverhältnisse gemeinsam angehen. Feministisch vergesellschaften heißt deshalb, diese geschlechtliche, rassistische und globale Arbeitsteilung anzugreifen – und mit ihr auch die Abwertung und die Unterdrückung derjenigen, deren Arbeit das Leben überhaupt erst möglich macht. Wir wollen kollektive Sorge statt familiärem Zwang, öffentliche Infrastrukturen statt neoliberaler Sparpolitik, Solidarität statt rechter Spaltung. Wie das gehen kann, wollen wir auf der zweiten feminist futures Konferenz gemeinsam diskutieren.

Eingeladen sind Initiativen im Bereich Sorgepolitik, alle, die gegen patriarchale und sexualisierte Gewalt und Femizide kämpfen, oder für queere und trans* Befreiung, für reproduktive Gerechtigkeit und vielfältige Lebensweisen. Diskutiert mit uns über antirassistische und internationalistische Perspektiven in den Kämpfen für Bewegungsfreiheit und Abolitionismus, gegen Krieg, Militarisierung und Faschisierung genauso wie für Klimagerechtigkeit.

Organisatorische Hinweise:

  • Die Konferenz ist kostenfrei und für alle Geschlechter offen. Es wird Workshops geben, die nur für FLINTA* sind.
  • Es gibt einen Telegram-Infochannel, in dem wir neue Informationen und Materialien zur Konferenz teilen. Trete also gern bei, um vor und während der Konferenz nichts Wichtiges zu verpassen!
  • Als Teilnehmer*innen müsst ihr euch bitte selbst um Anreise und Unterkunft kümmern.
  • Wenn ihr euch über den Anmeldebutton registriert, bekommt ihr keine Bestätigungsmail. Ihr seid trotzdem angemeldet.
  • Wenn sich in den nächsten Wochen herausstellen sollte, dass ihr doch nicht kommen könnt, sagt uns bitte über die unten stehende Mail wieder ab!! Wir müssen sonst irgendwann die Anmeldung schließen, obwohl nicht alle Plätze vergeben sind. Das wäre sehr schade!

In Kooperation mit dem Marie Jahoda Center for International Gender Studies.

Bei Fragen wendet euch gerne an feministfutures@rosalux.org.

Updates zur Konferenz sowie Materialien zum Thema „Feministisch Vergesellschaften“ verschicken wir über einen Telegram-Kanal, dem ihr hier beitreten könnt.

Zum Event

Event Detail

25. September 2026 13:00
27. September 2026 15:00
Universitätsstraße 150, 44801 Bochum

Organizers

Rosa-Luxemburg-Stiftung
info@rosalux.org
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. Sie versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus.