Vor gerade einmal 12 Jahren brach der IS (Islamischer Staat) in Şengal ein und verübte einen Genozid an der dort lebenden êzîdischen Bevölkerung. Als religiöse Minderheit waren sie in ihrer Geschichte stets von Verfolgungen und Genoziden betroffen. Der 03. August 2014 markierte den 74. Genozid und wird „Ferman“ (auf dt: Befehl) genannt. Während des Fermans wurden 10.000 Menschen ermordet und 40.000 Menschen vertrieben. Insbesondere Frauen und Mädchen wurden zur Zielscheibe dieses Massenmordes. So wurden sie auf Sklavenmärkten an IS Mitglieder verkauft, lebten in Gefangenschaft und wurden körperlich und sexuell missbraucht. Viele êzîdische Frauen konnten durch den Eingriff kurdischer bewaffneter Einheiten aus der Gefangenschaft befreit werden und der IS wurde zurückgeschlagen. Bis heute gilt Şengal als befreit. Doch durch aktuelle Eskalationen in dieser Region ist auch die Sicherheit Şengals und die der dort lebenden Frauen und Mädchen stärker bedroht.
Einen intensiven Einblick in die Geschichte und Gegenwart Şengals sowie eine feministische Einordnung des Genozids bietet die zweitägige Veranstaltungsreihe „Blick nach Şengal“.
Am ersten Veranstaltungstag (01.10.) wird im Rahmen einer Podiumsdiskussion der juristische, soziologische und theologische Kontext des Genozids und seiner Folgen beleuchtet. Das Panel findet auf Deutsch statt, wird aber in kurdischer Sprache übersetzt.
Am zweiten Tag (02.10.) wird durch den Film „Letters from Şengal“ der Ferman und die Befreiung thematisiert. Der Film ist auf Kurdisch mit deutschen Untertiteln. Anschließend an den Film werden Fragen beantwortet und Eindrücke aufgefangen.
- Beide Veranstaltungen sind kostenlos
- Anmeldung notwendig (Informationen folgen)
- Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg