Antisemitismus heute – Am Rande der Gesellschaft oder Teil unserer Mitte?

Diese Veranstaltung liegt in der Vergangenheit.

Das Gesellschaftswissenschaftliches Institut für Zukunftsfragen (GIM) lädt Sie am 3. November zu einem spannenden Abend rund um das Thema Antisemitismus ein. Bei einer Podiumsdiskussion mit Heidi und Felix Benneckenstein wird über ihren Ausstieg aus der rechtsextremen Szene gesprochen und die aktuellen Entwicklungen kritisch zu betrachtet. Darüber hinaus wollen wir mit Ihnen gemeinsam den Abschluss unserer Multiplikator*innenschulung feiern.

Die Einführung in die Veranstaltung werden unter anderem der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Dr. Ludwig Spaenle und die Leiterin des Gesellschaftswissenschaftlichen Instituts für Zukunftsfragen Priv.-Doz. Dr. habil. Karin Schnebel übernehmen.
Bei einem anschließenden Get Together werden Sie mit Getränken und Häppchen versorgt.

Wir freuen uns über zahlreiche Anmeldungen.

Anmeldung: info@gimuenchen.de

Ablauf des Abends

18:00 – 18:30 Uhr: Einlass und Empfang
18:30 – 19:30 Uhr: Begrüßung, Präsentationen der Multiplikator:innen
19:30 – 21:00 Uhr: Podiumstalk mit Heidi und Felix Benneckenstein und Q&A
21:00 – 21:15 Uhr: Zertifikatsverleihung mit Max Schmidt
Ab 21:15 Uhr: Get-Together

Grußwort und Ansprachen

Dr. Wellenhofer (Betriebswirtschaftlicher Leiter der Bayerischen Eliteakademie)
Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel (1. Vorsitzende GIM, Hochschullehrerin an der Universität Passau)
Dr. Ludwig Spaenle (Antisemitismusbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung)
Max Schmidt (Vorstandsvorsitzender Wertebündnis Bayern)

Multiplikator*innen

Alexander Looije, Amelie Binder, Anna-Theresa Zahlten, Anya Xie, August Michalke, Benedikt Meier, Eleamalou Schnebel, Eren Oezkan, Friedrich Gronauer, Niko Mattes, Richard Tscharke, Serkan Apaydin, Seyide Hasar

Gäste

Heidi Benneckenstein

Heidi Benneckenstein wuchs in einer nationalsozialistischen Familie am Rande Münchens auf. Über militante Jugendgruppen und Kameradschaften kam sie schnell in den Kontakt mit der rechtsextremen Szene. Im Alter von 19 Jahren gelang ihr schließlich, zusammen mit ihrem heutigen Mann Felix Benneckenstein, der Ausstieg. Mit ihrem Buch “Ein deutsches Mädchen. Mein Leben in einer Neonazi-Familie” vermittelt die Bestseller-Autorin Eindrücke in ihre Kindheit in der rechtsextremen Szene.

Felix Benneckenstein

Über die Musik gelang Felix Benneckenstein in seinen Jugendjahren in die rechtsextreme Szene. 9 Jahre lang baute er sich dort seine Karriere als Kameradschaftsführer, Redner und Liedermacher auf und tourte mit seiner rechtsextremen Musik durch ganz Deutschland. 2011 entschied der Musiker schließlich, aus der Szene auszusteigen. Zusammen mit seiner Frau Heidi Benneckenstein gründete er in Kooperation mit EXIT-Deutschland die “Aussteigerhilfe Bayern”, wo er heute Menschen begleitet, die ebenfalls mit dem Rechtsradikalismus brechen wollen.

Dr. Ludwig Spaenle

Als Beauftragter der bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe ist Dr. Ludwig Spaenle Schirmherr des Projekts „Antisemitismus. Nein Danke!“ seit dessen Beginn 2020. Dr. Spaenle beteiligt sich unter anderem auf bayerischer, Bundes- und europäischer Ebene an der Entwicklung von Konzepten im Kampf gegen Antisemitismus.

Max Schmidt

Über die Rolle als langjähriger Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbands war Max Schmidt schon immer zur Stiftung Wertebündnis Bayern verbunden. 2015 wurde er schließlich vom Bayerischen Ministerpräsidenten zum Gründungsvorstand der Stiftung berufen. Seitdem initiiert der Vorstandsvorsitzende Projekte, darunter auch das Projekt „Antisemitismus. Nein Danke!“ in dessen Rahmen die Multiplikator*innenschulung stattfand.

Hintergrund der Veranstaltung

72 Jahre nach der Gründung des Zentralrats der Juden in Deutschland, zahlreichen Aufklärungskampagnen und jährlichen Gedenktagen später, ist die Verfolgung der Jüdinnen und Juden in der deutschen Geschichte aufgearbeitet und Antisemitismus Thema der Vergangenheit. So könnte man meinen. Leider sieht die Realität anders aus. Insbesondere die Corona-Pandemie beschleunigte die Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien und Einstellungen in der Bevölkerung. Diese Entwicklungen sind nicht nur eine Bedrohung für die jüdische Gemeinschaft selbst, sondern vielmehr für unsere gesamte demokratische Gesellschaft. Das Projektteam „Antisemitismus – Nein danke!“ des 23. Jahrgangs der Bayerischen Eliteakademie hat gemeinsam mit dem Gesellschaftswissenschaftlichen Institut für Zukunftsfragen mehrere Projekte ins Leben gerufen, unter anderem die Durchführung einer Multiplikator*innenschulung. Die Schulung bildet junge und engagierte Menschen im Umgang mit Hass, Antisemitismus und Rassismus aus und vermittelt Methoden, um das Bewusstsein und Verständnis für die Problematik zu erlangen und weiterzuvermitteln.

Die Veranstaltung findet in der Bayerische Elite-Akademie statt, in den Räumlichkeiten der geschichtsträchtigen Alten Staatskanzlei in der Prinzregentenstr. 7.

Event-Infos

3. November 2022 18:00
3. November 2022 21:30
Prinzregentenstraße 7, 80538 München

Veranstalter

Gesellschaftswissenschaftliches Institut für Zukunftsfragen (GIM)
info@gimuenchen.de
Das Gesellschaftswissenschaftliche Institut München für Zukunftsfragen (GIM) ist ein Verbund von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Praktikerinnen und Praktikern mit gesellschaftswissenschaftlichem Hintergrund. Durch unsere interdisziplinäre Ausrichtung sowie die bewusste Verknüpfung von Theorie und Praxis haben wir die Möglichkeit, den Dialog zwischen der Wissenschaft, den politischen Entscheidungsträgern und der Bürgergesellschaft zu vertiefen. Wir sind der Überzeugung, dass hierin eine Voraussetzung für mehr Demokratie in unserer Gesellschaft liegt.